Editorial Flatlay mit komplexen Kohlenhydraten wie Haferflocken, braunem Reis, Quinoa, Süßkartoffeln und Hülsenfrüchten

Machen Kohlenhydrate dick? 6 Ernährungsmythen im Check

Machen Kohlenhydrate wirklich dick? Und wie war das noch mal mit Butter und Margarine? Diese 6 Ernährungsmythen sind längst widerlegt, halten sich aber so hartnäckig wie Corona- und Weihnachtspfunde.

Komplexe Kohlenhydrate wie Haferflocken, brauner Reis, Quinoa, Süßkartoffeln, Vollkornbrot und Hülsenfrüchte
Komplexe Kohlenhydrate liefern Ballaststoffe und halten lange satt.

Mythos 1: „Schnaps ist gut für die Verdauung"

Hätten wir wohl gern! Worauf dieser Mythos beruht, ist bei genauerem Hinsehen kaum nachvollziehbar. Der „Absacker" nach einem üppigen Mahl fühlt sich vielleicht gut an, bei der Verdauung hilft er aber nicht – eher im Gegenteil. Alkohol entspannt die Magenmuskulatur, sodass der Magen langsamer arbeitet und das Gegessene länger braucht.

Mythos 2: „Margarine ist gesünder als Butter"

Ein zäher Mythos, der sich seit über 100 Jahren hält. Heute wird Margarine aus verschiedenen pflanzlichen Ölen, Magermilch oder Wasser, Vitaminen sowie Emulgatoren, Aromen und Farbstoffen hergestellt. Aus ökologischer Sicht schneidet Margarine oft besser ab als Butter – automatisch gesünder ist sie deswegen aber nicht. Beim Härtungsprozess können zudem Transfette entstehen. Ihre Menge ist in der modernen Produktion deutlich geringer als früher, ganz vom Tisch ist das Thema aber nicht.

Butter gilt als eines der am wenigsten verarbeiteten Grundnahrungsmittel. Sie enthält zwar keine Transfette wie gehärtete Fette, besteht aber zu rund 60 % aus gesättigten Fettsäuren. In kleinen Mengen ist das okay – trotzdem gehört Butter wie Margarine nur dünn aufs Brot. Wer mag, probiert Ghee (geklärte Butter) oder setzt auf kaltgepresstes Olivenöl, Leinöl und Nussöle – lecker und vielseitig in der Küche.

Mythos 3: „Zu viele Eier erhöhen den Cholesterinspiegel"

Einen Mythos, den wir gern widerlegen: Eier gehören zu den vollwertigsten Lebensmitteln überhaupt. Sie liefern zahlreiche Mineralstoffe wie Eisen und Zink, viele Vitamine, Lecithin und alle essenziellen Aminosäuren. Ihre hohe biologische Wertigkeit macht sie zu einem wertvollen Eiweißlieferanten. Maß halten lohnt sich trotzdem – und beim Kauf zählen Herkunft und Haltung, denn ein Ei ist nur so gut wie Futter und Lebensumgebung des Huhns.

Mythos 4: „Kohlenhydrate machen dick"

Wie schön wäre eine Welt, in der Pasta mit Sahnesoße schlank macht. Tut sie aber nicht. Weißmehlprodukte bestehen aus raffinierten Kohlenhydraten, die schnell verdaut sind und ebenso schnell wieder Hunger machen.

Genau hier liegt das Missverständnis: Wenn wir über Kohlenhydrate schimpfen, meinen wir meist die ungünstigen – etwa in Pizza oder Pommes, wo Kohlenhydrate auf viel Fett treffen. Kohlenhydrate an sich machen aber nicht dick, denn es gibt auch günstige. Dazu zählen alte Getreidesorten wie Dinkel und Grünkern, Hülsenfrüchte wie Bohnen und Linsen sowie stärkehaltiges Wurzelgemüse wie Kartoffeln (nicht aus der Fritteuse!), Pastinaken und Topinambur. Diese komplexen Kohlenhydrate liefern viele Ballaststoffe und halten lange satt.

Vergleich von Vollkornprodukten und Gemüse mit Weißmehl und zuckerhaltigem Gebäck
Komplexe statt raffinierter Kohlenhydrate – darauf kommt es an.

Ballaststoffe als Sättigungs-Baustein: Glucomannan

Wenn es um Kohlenhydrate und Sättigung geht, sind lösliche Ballaststoffe ein praktischer Helfer. Einer davon ist Glucomannan, ein Ballaststoff aus der Konjakwurzel. Glucomannan trägt im Rahmen einer kalorienarmen Ernährung zur Gewichtsabnahme bei – dieser Effekt stellt sich bei einer täglichen Aufnahme von 3 g Glucomannan in drei Portionen à 1 g zusammen mit ein bis zwei Gläsern Wasser vor den Mahlzeiten ein. Wichtig: Nimm Glucomannan immer mit reichlich Flüssigkeit ein und schluck es gut hinunter. Bei Schluckbeschwerden oder Engstellen in der Speiseröhre solltest du darauf verzichten.

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Preise inkl. MwSt. Nahrungsergänzungsmittel sind kein Ersatz für eine ausgewogene, abwechslungsreiche Ernährung und eine gesunde Lebensweise.

Mythos 5: „Fett muss man meiden"

Auch dieser Mythos ist widerlegt. Fett hat zwar mehr Kalorien als Kohlenhydrate und Eiweiß, gutes Fett gehört aber in jeden Ernährungsplan. Man unterscheidet drei Arten:

Ungesättigte Fettsäuren sind wertvoll und an vielen normalen Körperfunktionen beteiligt. Du findest sie vor allem in pflanzlichen Ölen (ungehärtet), Nüssen, Samen und Fisch.

Gesättigte Fettsäuren sollten nur in kleinen Mengen auf den Teller. Sie stecken vor allem in tierischen Produkten wie Schweinefleisch, Sahne und Butter.

Transfette meidest du am besten so gut es geht. Sie entstehen, wenn eigentlich gesunde Fette industriell gehärtet werden, und stecken vor allem in Fertiggerichten, Frittiertem, abgepackten Snacks und Backwaren. Ernährungsphysiologisch bringen sie keine Vorteile.

Mythos 6: „Smoothies sind genauso gut wie Obst und Gemüse"

Den widerlegen wir nur ungern, denn auch wir finden Smoothies praktisch. Sie bestehen aus püriertem Obst und Gemüse, sehen schön aus und sind schnell getrunken – ideal für alle, die ungern schnippeln. Und unbeliebte Gemüsesorten gehen in der Fülle einfach unter.

Im Vergleich zum klassischen Kauen schneiden Smoothies aber oft schlechter ab: Die zerkleinerten Fruchtpartikel liefern bei höherer Energiedichte häufig weniger Ballaststoffe – besonders, wenn der Smoothie mit zuckerhaltigem Saft gestreckt wird. Durch das geringere Volumen sättigen sie weniger, und das Kauerlebnis fehlt. Gelegentlich eine Portion zu ersetzen ist okay; als Dauerlösung sind frisches Obst und Gemüse aber die bessere Wahl – am besten mit Schale püriert und ohne zusätzlichen Saft.

Häufige Fragen

Machen Kohlenhydrate wirklich dick?
Nein, pauschal stimmt das nicht. Es kommt auf die Art an: Raffinierte Kohlenhydrate aus Weißmehl und Zucker machen schnell wieder Hunger, während komplexe Kohlenhydrate aus Vollkorn, Hülsenfrüchten und Gemüse viele Ballaststoffe liefern und lange satt halten.
Ist Butter oder Margarine die bessere Wahl?
Beide sind kein Wundermittel und gehören nur dünn aufs Brot. Butter ist wenig verarbeitet, enthält aber viele gesättigte Fettsäuren. Wer Abwechslung sucht, kann auch zu hochwertigen pflanzlichen Ölen wie Oliven- oder Leinöl greifen.
Sind Smoothies ein vollwertiger Ersatz für Obst und Gemüse?
Als gelegentliche Ergänzung sind sie super, als Dauerersatz aber nicht ideal. Frisches Obst und Gemüse liefern mehr Ballaststoffe und das Kauerlebnis. Wer Smoothies mag, mixt sie am besten mit Schale und ohne zusätzlichen Saft.

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